Zinskommentar von Peter Stöhr – Stand 07.06.2022

Im Laufe des April kamen jetzt auch Stimmen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) hinzu, die einen schnelleren Ausstieg aus den Ankaufsprogrammen und einen ersten Zinserhöhungsschritt nahe der Jahresmitte befürworten. Ab Mitte April konsolidierten die Langfristkonditionen auf einem höheren Plateau; jüngste Veröffentlichungen der Inflationswerte für die Eurozone treiben allerdings erneut die Zinsen an.

Wir gehen weiterhin von einer Aufwärtstendenz aus. Der Rückzug der EZB aus Anleiheankäufen dürfte zusätzlichen Druck auf die Kurse der Anleihen bringen und steigende Renditen/Zinsen verursachen. Die erwartete Erhöhung der Leitzinsen wird eher auf die kurzfristigen Bereiche wirken, die im Vergleich zu den US-Werten in der Eurozone eine noch geringe Dynamik entwickelt haben.

Wir empfehlen vorausschauend und möglichst frühzeitig bei Investitionsfinanzierungen zu agieren. Die Zinsdifferenz zwischen den einzelnen Laufzeiten ist gering, was eine Tendenz zu einer langfristigen Absicherung befürwortet. Beachten Sie im Bestandsportfolio auch wieder die Ausläufe der kommenden Jahre, weil die Aufschläge für Forwards durch die Zinsstruktur begünstigt werden. Die Angebote unterscheiden sich im volatilen Marktumfeld erheblich, weil es zu Kapazitätsengpässen bei einigen Anbietern kommt oder weiter erwartete Anstiege eingepreist werden. Vergleichen lohnt sich.

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