Leitungswasserschäden auf Rekordniveau …ist das noch versicherbar?

Von 2002 bis 2019 haben die Gebäudeversicherer insgesamt 77 Milliarden Euro an Entschädigungsleistungen gezahlt. Ein Großteil der Schäden wurde in den vergangenen Jahren medienwirksam den steigenden Naturereignissen zugeschrieben. Fast die Hälfte der Gesamtleistungen mussten jedoch unter der Leitungswasserversicherung verbucht werden. In Summe waren das 38 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt gab.

Die weiteren statistischen Zahlen sind ebenfalls eindrucksvoll. So sind allein in 2019 deutschlandweit rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden den Gebäudeversicherern gemeldet worden. Die Kosten in Höhe von 3,1 Milliarden Euro ergeben einen Schadendurchschnitt von 2.881 Euro. Aufgrund des professionellen Umgangs mit der Schadensanierung liegen die Schäden aus der Wohnungswirtschaft unter diesem Einzelschadenwert. Trotzdem beeinflussen die Leistungswasserschäden auch hier die Schadenentwicklungen der wohnungswirtschaftlichen Gebäudeversicherungen maßgeblich.

Hauptursache der Schäden sind Installations- und Montagefehler. Mangelhafte Rohrverbindungen und defekte oder auch falsche Dichtungen sind Ursache für jeden vierten Schaden (siehe folgende Abbildung).

Die Statistik des GDV ergab zudem, dass es deutliche regionale Unterschiede bei den Leitungswasserschäden gab. In dem Betrachtungszeitraum seit 2002 sind im Westen deutlich mehr Schäden aufgetreten als in Ostdeutschland. Besonders betroffen waren Städte wie Köln, Krefeld, Karlsruhe oder Mannheim. Der GDV vermutet, dass die Ursache auch darin liegen könnte, dass die ostdeutschen Gebäude nach der Wiedervereinigung verstärkt saniert wurden.

Letztendlich gibt es jedoch eine Vielzahl von Gründen, weshalb die Leitungswasserversicherungen nachhaltig schadenintensiv belastet sind. Wichtig ist es, dass Wohnungsunternehmen ihre Schadenzahlen stetig analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Dabei hilft zum einen das „Dr. Klein Schadenmanagementportal“, um die maßgeblichen Schadenursachen zu ermitteln und zum anderen die Analyse der Ergebnisse durch die Versicherungsspezialisten von Dr. Klein Wowi.

Es bleibt die Frage, ob dann die Berücksichtigung schadenintensiver Gebäude in die kurzfristige Modernisierungsplanung eine gute Idee ist, oder ob eine schlüssige Argumentation gegenüber dem Gebäudeversicherer die richtige Lösung für eine faire Vertragsfortführung ist. Eine gute Vorbereitung hinsichtlich der Investitionsplanung und/oder Vertragsgestaltung der Versicherung ist immer eine gute Basis. Verfügt man über fundierte Kenntnisse zur Schadensituation und der Gestaltung der Gebäudeversicherung, bleiben Leitungswasserschäden auch weiterhin versicherbar.

Für Fragen und weitere Informationen stehen Ihnen unsere Regionalleiter Versicherung zur Verfügung. Die Kontaktdaten für den Ansprechpartner in Ihrer Region finden Sie hier.

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