Was kosten Gebäudeversicherungen in Deutschland?

Nach den Unwettern der letzten Wochen sind die Aktuare der Gebäudeversicherer mal wieder gefordert, die ohnehin schon schadenträchtige Branche zukunftssicher zu machen. Auch wenn die Schadenzahlen in den letzten Jahren ab und zu das Beitragsvolumen unterschritten haben, bleibt die Gebäudeversicherung ein Sorgenkind der deutschen Versicherungswirtschaft.

WE-Beitrag im Jahr 2011

Aber wie verteilt sich der Beitrag auf die gut 40 Millionen Wohnungen in Deutschland? Im Jahr 2011 gab es laut dem statistischen Bundesamt 39,2 Millionen Wohnungen. Im gleichen Jahr haben die im GDV organisierten Versicherer ein Beitragsvolumen von 4,9 Milliarden Euro vereinnahmt. Wenn man davon ausgeht, dass für alle Wohnungen eine Gebäudeversicherung bestanden hat, haben die jeweiligen Bewohner im Durchschnitt 125 Euro für die Gebäudeversicherung im Jahr bezahlt. Da es in der Realität auch heute noch eine kleine Anzahl von Unversicherten gibt, lag die tatsächliche Durchschnittszahl sogar oberhalb von 125 Euro.

Steigerung in 8 Jahren um 66 Prozent

Acht Jahre später, im Jahr 2019, hat sich nach dem statistischen Bundesamt die Anzahl der Wohnungen um 4,8 Prozent auf 41,1 Millionen erhöht. Im gleichen Zeitraum stiegen die Beiträge zur Gebäudeversicherung um deutliche 66 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das ergibt im Durchschnitt eine Belastung je Wohnung in Höhe von 199 Euro im Jahr 2019.

Als Gründe für die deutliche Steigerung werden erhöhte Schadenzahlen und auch höhere Baukosten aufgeführt. Zu berücksichtigen ist bei den Zahlen aber auch, dass hier Wohnungen aller Größen, Ausstattungsvarianten und Eigentümerstrukturen berücksichtigt wurden.

Betriebskostenspiegel des Deutscher Mieterbunds

Der deutsche Mieterbund hat in seinem Betriebskostenspiegel für das Jahr 2018 einen Quadratmeterpreis für die Gebäude- und Haftpflichtversicherung von 21 Cent veröffentlicht. Berücksichtigt man die Versicherungssteuer kommt man bei diesem Wert auf einen vergleichbaren Jahresnettobeitrag von rd. 130 Euro für eine durchschnittlich große 60 Quadratmeter Wohnung. Im Gegensatz zu den 199 Euro aus der vorherigen Berechnung ist hier schon zu erkennen, dass professionelle Vermieter die Möglichkeit haben, deutlich bessere Konditionen für die Mieter zu erhalten.

Wohnungswirtschaftliche Versicherungskonzepte im Vergleich

Die Jahresnettobeiträge je Wohnung im Rahmen von Wowi-Versicherungskonzepten, die von Wohnungsunternehmen genutzt werden können, liegen nochmals ein deutliches Stück unter diesem Beitrag. Im Durchschnitt kalkulieren die Versicherer hier mit rd. 85 Euro je Wohnung und Jahr. Hinzu kommt, wie bei allen vorherigen Beträgen auch, die gesetzliche Versicherungssteuer. In der Praxis beeinflusst aber der individuelle Schadenverlauf des zu versichernden Wohnungsbestandes den tatsächlichen Beitrag. Der Rahmen liegt hierfür sehr weit auseinander. Teilweise beginnen die Preise bei 20 Euro. Sie können aber auch bis zu 200 Euro je Wohnung und Jahr betragen, oder sogar noch darüber hinaus.

Wer sagt mir nun, ob mein Beitrag richtig kalkuliert ist?

Im Bereich der wohnungswirtschaftlichen Versicherungskonzepte gibt es weder einen Online-Tarifrechner noch ein Berechnungstool, das alle Eventualitäten wie Schadenfrequenz, Großschadenvorsorge oder besondere Schadenereignisse berücksichtigen kann. Zudem gibt es hier aufgrund der unterschiedlichen Konzeptionen und Leistungskataloge diverse Themen, die individuell berücksichtigt werden müssen. Eine fachkundige Beratung eines wohnungswirtschaftlichen Versicherungsmaklers ist mit Sicherheit ein guter Weg, um Klarheit in das Preis- und Leistungsverhältnis zu bringen. Hier hilft eine entsprechende Analyse der Beitrags- und Schadenentwicklungen, die auf Projektbasis von Dr. Klein Wowi angeboten wird. Ihre Ansprechpartner freuen sich auf Ihren Anruf oder E-Mail.

 

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